Mehr als nur die Ernährung – Ursachen für Magnesiummangel – Teil 1

Geschrieben von Marie Heintges

Jul 4, 2019

4. Juli 2019

Mehr als nur die Ernährung – Ursachen für Magnesiummangel – Teil 1

von Jul 4, 2019Ernährung, Gesundheit, Heal

Studien zufolge ist die Mehrheit der Bevölkerung von einem Magnesiummangel betroffen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung dass wir ausreichend mit Nährstoffen versorgt seien, ist das oft nicht der Fall.

Bei Magnesium kann der Bedarf meist bei weitem nicht gedeckt werden oder kommt nicht im Körper an – selbst wenn wir uns gut ernähren. Für einen Magnesiummangel gibt es verschiedene Ursachen. Und das muss nicht immer eine einseitige Ernährung sein.

Wie du einen Magnesiummangel erkennen und beheben kannst, erfährst du hier.

 

Magnesiummangel ist weit verbreitet. Eine der Ursache dafür: unsere Ernährung

1. Natürliches Magnesiumvorkommen in Lebensmitteln und Pflanzen

Magnesium kommt in seiner natürlichen Form als Magnesiumchlorid im Meerwasser, als Magnesiumcarbonat in Gesteinen, und als Chlorophyll im Blattgrün vor. Wollen wir Magnesium in ausreichender Menge aufnehmen, ist das heutzutage aber nicht mehr so einfach.

Der höchste Magnesiumgehalt pro 100 Gramm liegt noch bei Nüssen und Samen. Jedoch ist es schwer auf diese Menge zu kommen, ohne dabei zu viel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu dir zu nehmen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind auch als Omega 6 Fettsäuren bekannt, die oft in unserer Ernährung schon im Überfluss vorhanden sind. Die beste Weise um deinen Magnesiumbedarf zu decken ist immer noch das gute alte grüne Blattgemüse. Es enthält eine riesige Menge des natürlichen Minerals.

Magnesiumvorkommen in unseren Böden gesunken

Ein wichtiger Grund für die weite Verbreitung eines Magnesiummangels in der modernen Gesellschaft ist der gesunkene Magnesiumgehalt in unseren Nahrungsmitteln. Durch moderne Agrarwirtschaft, nährstoffarmen Kunstdünger, Monokultur und den Gebrauch von Pestiziden ist der Gehalt des Minerals in den Böden zunehmend verbraucht. Aus diesem Grund bekommst du wohlmöglich einfach nicht genug Magnesium, selbst wenn du dich gesund und ausgewogen ernährst.

“Schuld” ist unter anderem das Herbizid Glyphosat. Glyphosat bindet Mineralien in den Böden und hindert die Pflanzen an der Aufnahme dieser überlebenswichtigen Mineralien. Glyphosat besitzt ausserdem antibiotische Eigenschaften, das bei Aufnahme der Nahrung im Darm zu einer unausgewogenen Darmflora führen kann. Und ein ungesunder Darm oder auch der sogenannte ‚Leaky Gut‘ erschwert die Verwertung von Mineralien und Vitaminen im Darm.

2. Dein Körper verbraucht mehr Magnesium

Okay, unsere Nahrung hat also weniger Nährstoffe als früher und so kann die Aufnahme erschwert werden. Man könnte jetzt aber entgegnen, dass wir uns doch auch viel ausgewogener ernähren als früher. Uns steht schliesslich ein viel breiteres Spektrum an Nahrungsmitteln täglich zur Verfügung als noch vor hundert Jahren. Dort hatten Leute ja schließlich nicht den Luxus, jeden Tag Bananen, frisches Gemüse und Nüsse zu essen.

Etwas Wahres ist an der Aussage dran. Jedoch gibt es heutzutage noch ein paar weitere Faktoren die deinen Magnesiumanteil im Körper enorm beeinflussen. Zum Beispiel ein erhöhter Verbrauch von Magnesium durch chronischen Stress, viel Sport, Medikamente, Umwelttoxine, ungesunde Lebensmittel oder Alkohol:

Erhöhter Magnesiumverbrauch durch chronischen Stress 

Stress ist für den Körper das Signal, achtsam zu sein (es könnte ja Gefahr von irgendwo kommen!), die Muskeln anzuspannen, und auch um fokussierter zu sein. Wenn du hier und da etwas Stress oder Unruhe hast, kann dein Körper das zwar sehr gut weg stecken. Im Gegenteil, es ist sogar gesund, wenn dein Adrenalin hier und da mal in die Höhe schießt.

Heutzutage sind wir aber so vielen Stressoren und Reizen ausgesetzt, dass unser Stresspegel oft einfach nicht mehr runter fahren kann. Unser sympathisches Nervensystem, welches bei Gefahr für ‚Kampf oder Flucht‘ zuständig ist, ist dauerhaft aktiviert. Unser Herzrhythmus und Blutdruck erhöhen sich, um unserem Gehirn mehr Blut zur Verfügung zu stellen. Im Darm hingegen wird weniger Blut zur Verfügung gestellt, was die Verdauung herunter fährt. Unsere Muskeln spannen an, um im Ernstfall (früher war das der bevorstehende Kampf) gewappnet zu sein. Der Blutzucker fährt hoch, um Energie in die Zellen zu fahren. Für all diese Prozesse verbrauchen wir eine enorme Menge an Magnesium.

Chronischer Stress = dauernde Belastung für unser Nervensystem = erhöhter Verbrauch von Magnesium.

Als Folge von chronischem Stress fährt dein Körper seinen Magnesiumverbrauch gewaltig hoch. Und um diesen Zustand (erhöhte Aufmerksamkeit und Bereitschaft) aufrecht zu erhalten, holt er sich die Magnesiumvorräte ganz einfach aus seinen Depots in den Zellen. Dort wird Magnesium nämlich zu einem Großteil gelagert. Je aufgebrauchter diese natürlichen Puffer in den Zellen jedoch sind, desto brenzliger wird es für unseren Körper: Eine gute Bedingung ist geschaffen, damit chronische Krankheiten und Beschwerden wie Diabetes, Fibromylagie oder chronische Erschöpfung entstehen können.

Anders herum leider unser Nervensystem enorm unter einem Magnesiummangel. Steht für es zu wenig Magnesium zur Verfügung, sind wir gleichzeitig weniger stressresistent. So entsteht eine negative Feedbackschleife.

Ursache erhöhter Magnesiumverbrauch: Medikamente

Auch Medikamente führen dazu, dass dein Körper mehr Magnesium verbraucht. Besonders Antibiotika, Blutdruckmedikamente, Antihistaminika, Insulin oder auch die Antibabypille sorgen dafür, dass dein Körper ordentlich zu tun hat. Um Medikamente wie diese nämlich wieder abzubauen, braucht dein Körper Mineralien.   

Tipp:

Mach’ dir eine Liste mit Medikamenten, die du regelmäßig oder gelegentlich einnimmst und überlege dir, ob du die Einnahme vielleicht reduzieren kannst. Falls du dir schon länger überlegst die Pille abzusetzen, kann ich dir Kristins Artikel auf Eattrainlove empfehlen.

Alkohol führt zu einem höheren Magnesiumverbrauch

Nach einer langen Nacht und einigen Drinks wachst du am nächsten morgen auf. Du fühlst dich durstig, aufgebläht und aufgedunsen? Nicht zu unrecht. Dein Körper hat das große Verlangen, seinen Elektrolythaushalt wieder aufzufüllen. Denn dieser ist letzte Nacht ziemlich in den Keller gegangen. Warum aber verlieren wir durch den Konsum von Alkohol wertvolle Mineralien wie Magnesium?

Alkohol erhöht zum einen die Ausscheidung von Urin und somit den Verlust von Mineralien. Zum anderen verbraucht regelmäßiger Alkoholkonsum die Magneisumvorräte im Körper. Die Ausscheidung von Magnesium in den Nieren wird erhöht.

Wenn du keine Histaminintoleranz hast, ist natürlich ein Glas Rotwein am Freitagabend erlaubt. Aber meine Aufzählung soll dir einmal bewusst machen, achtsamer mit für dich ungesunden Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Medikamenten umzugehen. Dinge, durch die dein Körper ein Mehr an Magnesium verbraucht, das durch deine Ernährung allein oft nicht mehr gedeckt werden kann.

Vor allem die Kombination macht es: Haben wir sowieso schon andauernden Stress, ernähren uns nicht gerade ausgewogen, machen viel Sport, und nehmen dann noch Medikamente oder trinken Alkohol, ist ein Magnesiummangel schon vorprogrammiert.

3. Magnesium kann von deinem Körper nicht ideal verwertet werden

Die dritte Ursache für einen Magnesiummangel ist eine schlechte Magnesiumverwertung von deinem Körper. Wie gut das Magnesium vom Körper nämlich absorbiert und verwertet wird, ist vor allem davon abhängig, wie optimal dein internes ’Verwertungssystem’ funktioniert.

Davon sind besonders Menschen mit Vorbelastungen betroffen, bei denen auch chronische Entzündungsprozesse im Körper involviert sind. Hier geht es vor allem um Menschen mit erhöhtem Stress, chronischer Erschöpfung, Fibromyalgie, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, und Problemen, die mit chronischen Entzündungen des Darms zu tun haben: Dem ‚Leaky Gut‘ – Syndrom (als Vorstufe), Zölliakie und Morbus Chron. Selbst Rückenschmerzen entstehen oft auch durch chronische Entzündungsprozesse und eine schlechte Verwertung von Magnesium.

Dein Darm als System der Nährstoffverwertung

Besonders der Darm spielt dabei eine wichtige Rolle. Über deinen Dünndarm werden die Nährstoffbestandteile in die Blutbahn aufgenommen um zu den Zellen transportiert zu werden. Oft wird eine Magnesiumresorption über den Darm erschwert. Mögliche Auslöser dafür sind eine gestörte Darmschleimhaut. Das ist zum Beispiel bei dem ‘Leaky Gut’ Syndrom, dem Reizdarmsyndrom, einer ungesunden Darmflora, Zölliakie und der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Morbus Chron der Fall.

Selbst wenn wir also ausreichend Magnesium zu uns nehmen, kommt als Folge nicht genug davon bei unseren Zellen an. In diesem Fall spielen Entzündungsprozesse eine große Rolle.

Tipp: Alles, was Entzündungen in deinem Körper herunterfährt, wird dir hier helfen. Kurkuma zählt zu den wirksamsten natürlichen Entzündungshemmern. Du kannst es als Pulver in dein Curry, Porridge oder als Goldene Milch oder als Jamu einnehmen. Eine gesunde, cleane Ernährung mit weniger Weizenprodukten, Milch aus konventioneller Herstellung, und Industriezucker helfen deinen Darmbakterien wieder in’s Gleichgewicht zu kommen. Auch eine Darmsanierung sowie ein zeitweiser Aufbau mit Probiotika würde für dich hier eventuell Sinn machen.

Bluttest bei Magnesiummangel oft nicht genau 

Was auch wenig bekannt ist: Ein Bluttest zeigt oft erst einen Magnesiummangel an, wenn die Vorräte in den Zellen und Knochen schon weitgehend leer sind. Vorher holt sich dein Körper ständig neues Magnesium aus seinen Depots, um das Level an Magnesium konstant zu halten. Das bedeutet auch: oft wird gar kein Magnesiummangel im Blutbild angezeigt, während die Vorräte in den Zellen immer geringer werden. Zeigt ein Bluttest erst einmal einen Magensiummangel an, ist es schon höchste Eisenbahn. Die Reservoirs in den Zellen sind dann schon mehr oder weniger erschöpft.

Was sind die Anzeichen eines Magnesiummangels?

Magnesiummangel ist auf Dauer nicht so einfach für den Körper wegzustecken. Ein dauerhafter Mangel kann weitreichende Folgen für deine Gesundheit haben – insbesondere wenn die Magnesiumdepots in deinen Zellen wie oben beschrieben schon aufgebraucht sind.

Du erkennst einen Magnesiummangel zum Beispiel an den so vielen vertrauten Muskelkrämpfen, Verspannungen, Müdigkeit, Erschöpfung, und Kopfschmerzen und an Zittern (zum Beispiel deiner Hände oder über dem Auge). Aber auch Sodbrennen und übermäßiges Kälteempfinden zählen zu den Anzeichen von Magnesiummangel.

Hier erfährst du im Detail, wie du einen Magnesiummangel erkennen kannst und welche Möglichkeiten es gibt, deinen Magnesiumbedarf zu decken. 

Ausserdem sind die meisten modernen Erkrankungen und Störungen des Körpers wie die oben beschriebenen oft mit einem Magnesiummangel verbunden: Diabetes, Migräne, PMS, Asthma, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion und Fibromyalgie, um nur ein paar zu nennen.

Da aus den oben genannten Gründen mein persönlicher Magnesiumbedarf generell schon erhöht ist, und ich ihn allein über meine Ernährung nicht decken kann, nehme ich als Ergänzung ein Magnesiumpräparat in Form von Magnesiumcitraten (Di Magnesium Tricitrat) der Firma Nature Love. Alle Nahrungsergänzungsmittel kommen dort ohne Zusatzstoffe aus, sind vegan und du bekommst mit dem Code FEELMOVEHEAL ausserdem 10% Rabatt auf deine Bestellung. Hier kommst du zur Seite von Nature Love.

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Quellen

 

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2 Kommentare

2 Kommentare

  1. Wow, danke für den Beitrag! Ich nehme eigentlich schon seit einiger Zeit Magnesium in regelmäßigen Abständen ein, weil ich viel Sport betreibe. Ich wusste jedoch nicht, dass es selbst durch eine ausgewogene Ernährung schwer ist genug Magnesium zu sich zu nehmen.
    Liebe Grüße,
    Carina

    Antworten
    • Liebe Carina,

      danke für deinen Kommentar, liebe Carina. Genau, je nachdem wie hoch der persönliche Verbrauch von Magnesium ist (das kann sich bei jedem Menschen unterscheiden) und wie deine Vorbedingungen sind, also wie gut dein Körper das Magnesium überhaupt verwerten kann, könnte trotzdem noch zu wenig bei dir ankommen- selbst bei einer guten Ernährung. Am besten wirklich immer schauen, ob ein Mangel anhand der aufgelisteten Symptome in Frage kommen könnte, und gegebenenfalls mit einem Orthomolekularmediziner oder Therapeuten, der sich auf die Bestimmung von Mikronährstoffe spezialisiert, besprechen.
      Liebe Grüße,
      Marie

      Antworten

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